Deutsches Reich
Brosche: Kreuzer Emden
Der Leichte Kreuzer Emden war ein deutsches Kriegsschiff der Reichsmarine der Weimarer Republik und später der Kriegsmarine. Sie war nach den beiden Kleinen Kreuzern Emden (Indienststellung 1909) und Emden (Indienststellung 1916) das dritte deutsche Kriegsschiff, das nach der Stadt Emden benannt wurde.
Die Emden war schon vor ihrer Fertigstellung nicht für kriegerische Einsätze vorgesehen und wurde als Schulschiff eingesetzt. Im Rahmen der Ausbildung wurden mehrere Reisen durchgeführt.
1. Reise --- 14. November 1926 bis 14. März 1928
Atlantik, Kapstadt, Cocos-Inseln, Japan, Alaska, Kap Hoorn, Rio de Janeiro, Azoren, Spanien
2. Reise --- 5. Dezember 1928 bis 3. Dezember 1929
Suezkanal, Australien, Hawaii, Panamakanal, Las Palmas (Kanarische Inseln)
3. Reise --- 13. Januar bis 13. Mai 1930
Madeira, New Orleans, Jamaika, Puerto Rico, Las Palmas, Santa Cruz
4. Reise --- 1. Dezember 1930 bis 8. Dezember 1931
Vigo (Spanien), Suezkanal, Colombo, Trincomali, Bangkok, Manila, Nanking, Shanghai, Nagasaki, Osaka, Nii Jima, Tsuruga, Hakkodate, Ateru, Yokohama, Guam, Batavis (Niederländisch-Indien), Cocos-Inseln, Mauritius, Durban, Lobito, Luanda, Freetown, St. Vincent, Las Palmas, Santander
Nach diesen Jahren im Dienst als Ausbildungsschiff, dessen längste Fahrt Anfang der 1930er Jahre bis nach China führte, wurde die Emden 1933 bis 1934 von der Reichsmarine (ab 1935: Kriegsmarine) wegen umfangreicher Umbauarbeiten vorläufig außer Dienst gestellt. Bei dem Umbau wurde die Feuerung der Dampfkessel von Kohle auf Öl umgestellt und der maximal mögliche Brennstoffvorrat erhöht. Die Geschütze wurden gegen solche mit längeren Rohren bei gleichem Kaliber ausgetauscht sowie größere Torpedorohre eingebaut. Danach fuhr sie zunächst wieder als Kadettenschulschiff bis 1939.
5. Reise --- 10. November 1934 bis 14. Juni 1935
Santa Cruz (Teneriffa), Kapstadt, Trinconmali, Cochin (Indochina), Suezkanal, Alexandria, Cartagena, Santa Cruz, Ponta Delgada, Lissabon, Vigo
6. Reise --- 23. Oktober 1935 bis 12. Juni 1936[4][5]
Azoren, Karibik, Venezuela, Panamakanal, Portland/Oregon, Honolulu, Panamakanal, Baltimore, Montreal, Pontevedra (Spanien)
7. Reise --- 10. Oktober 1936 bis 23. April 1937
Cagliari (Sardinien), Warna (Bulgarien), Suezkanal, Ceylon, Thailand, Japan, China, Suezkanal, Falmouth (Großbritannien)
8. Reise --- 11. Oktober 1937 bis 23. April 1938
Spanien, Suezkanal, Colombo, Surabaja/Balawan, Massaua (Ostafrika), Atlantik
9. Reise --- 26. Juli bis 15. Dezember 1938
Norwegen, Reykjavík (Island), Vigo, Azoren, Bermudas, Madeira, Wilhelmshaven, von dort am 10. Oktober weiter nach Constanta (Rumänien), Warna (Bulgarien), Istanbul, Rhodos, Vigo
Vom 29. März bis zum 15. April 1939 war das Schiff im Fischereischutzdienst tätig.
Am 4. September 1939 wurde die Emden in Wilhelmshaven durch einen abgeschossenen britischen Bristol Blenheim-Bomber am Vorschiff beschädigt. Es gab neun Tote und zwanzig Verwundete. Im Jahr 1940 gehörte die Emden zu dem Kriegsschiffverband, der beim Unternehmen Weserübung am 8. April mit Heerestruppen an Bord in den Oslofjord einlief, wobei der Schwere Kreuzer Blücher von der Festung Oscarsborg beschossen und versenkt wurde. Am 10. April machte sie in Oslo fest, wo sie bis zum 7. Juni als Nachrichtenzentrale aller drei Wehrmachtteile fungierte. Danach wurde sie nach Swinemünde verlegt, um wieder im Ausbildungsdienst eingesetzt zu werden.
Eine für das Jahr 1940 vorgesehene Umrüstung auf acht 15-cm-L/50 in Doppeltürmen der Zerstörer 1936 bei gleichzeitiger Verstärkung der Flakbewaffnung um eine 8,8 cm und zwei 3,7 cm Flak-Geschütze wurde aufgrund der Kriegslage nicht durchgeführt.
Da ein Kriegseinsatz weiterhin nicht in Frage kam, erfolgten weitere Dienstjahre als Schulschiff. Nach einer Werftliegezeit vom November 1940 bis zum 15. Februar 1941 war sie wieder einsatzbereit. Am 26. und 27. September 1941 unterstützte sie die Landungsunternehmen auf den Baltischen Inseln, wobei sie zusammen mit dem Leichten Kreuzer Köln etwa 600 Granaten vom Kaliber 15 cm auf die sowjetischen Küstenbatterien bei Kap Ristna auf Ösel abfeuerte. Danach diente sie wieder als Schulkreuzer und lag vom Juni bis November 1942 in Wilhelmshaven in der Werft. Vom 19. bis 21. September, 1. bis 2. Oktober und 5. bis 6. Oktober 1944 nahm sie an Minenunternehmen im Skagerrak teil. Am 9. Dezember 1944 machte sie kurzzeitig im Oslofjord fest. Am 25. Dezember 1944 lief sie in Königsberg ein, wo sie in der Schichauwerft überholt werden sollte.
Am 23. Januar 1945 wurde wegen der Annäherung der Roten Armee der Auslaufbefehl erteilt. Mit den aus dem Tannenberg-Denkmal überführten Särgen von Hindenburg und seiner Gattin an Bord wurde sie von Eisbrechern nach Pillau geschleppt. Nachdem die Särge auf die Pretoria verladen worden waren und der Turbineneinsatz möglich war, lief sie am 1. Februar 1945 aus Pillau aus und traf am 6. Februar mit rund tausend Flüchtlingen in Kiel zur Fortführung der Werftliegezeit ein. Dort wurde sie am 9./10. April durch Bombentreffer schwer beschädigt. Am 14. April wurde sie mit 15 Grad Backbordschlagseite in die Heikendorfer Bucht geschleppt und auf Grund gesetzt. Am 26. April folgte die Außerdienststellung. Am 3. Mai 1945 wurde die Emden unter dem Kommando von Kapitänleutnant Helmut Kummer in der Heikendorfer Bucht gesprengt, ihre Reste wurden 1948 abgebrochen.
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