Die Person: Ernst Bock Ernst Bock war nicht irgendein Uhrmacher, sondern eine der zentralen Figuren der deutschen Uhrenbranche im frühen 20. Jahrhundert.
Funktion: Er war langjähriger Vorsitzender des Aufsichtsrates der deutschen Alpina-Abteilung. Er leitete bereits ab 1904 die jährlichen Zusammenkünfte der deutschen Mitglieder und war maßgeblich an der strategischen Ausrichtung der Genossenschaft in Deutschland beteiligt.
Die Organisation: Alpina Die „Alpina Deutsche Uhrmacher-Genossenschaft“ war der deutsche Zweig der Schweizer Union Horlogère.
Gründung der deutschen Alpina: Aufgrund politischer Spannungen (der Erste Weltkrieg führte dazu, dass die Union Horlogère wegen ihrer vielen deutschen Mitglieder auf „Schwarze Listen“ gesetzt wurde) spaltete sich der deutsche Teil 1917 als eigenständige GmbH mit Sitz in Berlin ab.
Bedeutung: Dieser Teller wurde zum Ausscheiden aus dem Amt des Aufsichtsratsvorsitzenden als höchste Anerkennung an Ernst Bock verliehen.
Symbolik auf dem Teller: Der Rand des Tellers zeigt typische Symbole der Uhrmacherkunst und des Handwerks, die den Stolz der Genossenschaft widerspiegeln: Zahnräder und Werkzeuge: Stehen für die Präzisionsfertigung. Städte- oder Zunftwappen: Oft wurden Symbole der wichtigsten Standorte (wie Glashütte, Berlin oder Biel) integriert. Das Alpina-Logo: Das rote Dreieck mit dem Kreis (hier im Zentrum) ist eines der ältesten geschützten Markenzeichen für Schweizer Uhren (registriert 1901).
Zeitliche Einordnung Aufgrund der Punzierung (Reichsstempel Krone/Halbmond ab 1888) und der Biografie von Ernst Bock lässt sich das Stück auf die Zeit zwischen 1920 und 1935 datieren. In diese Ära fällt seine aktivste Zeit als Funktionär der Genossenschaft.
Das späteste eingravierte Datum auf dem Teller ist von 1934. Dies kann auf ein Aussscheiden Blocks im Jahre 1934 hindeuten.
Es ist historisch plausibel, dass Ernst Bock sein Amt als Vorsitzender der Alpina Deutsche Uhren-Genossenschaft um das Jahr 1934 verlor. In dieser Zeit wurden im Zuge der Gleichschaltung zahlreiche Verbände und Genossenschaften politisch neu ausgerichtet. Dabei kam es häufig zum Austausch von Führungspersonen, die durch dem Regime genehme, linientreue Funktionäre ersetzt wurden. Auch wenn ein konkreter Nachweis für den Zeitpunkt seiner Ablösung nicht in jedem Fall eindeutig belegt ist, fügt sich eine Veränderung in der Leitung um 1934 in den allgemeinen historischen Kontext dieser Entwicklungen ein.